Gerichtstermin in einigen Verfahren gegen die frühere Sicherheitentreuhänderin der WGF AG

Der Rechtsstreit gegen die frühere Sicherheitentreuhänderin der WGF AG, die Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Hoffmann Liebs Fritsch & Partner (HLFP), ging am 24. Oktober 2016 in die nächste Runde. An diesem Tag nahmen Rechtsanwalt Joachim K. Schweiger und Rechtsanwalt Klaus Dittke von DSKP für einige Mandanten Verhandlungstermine beim Landgericht Düsseldorf wahr. Über zwei Stunden wurde mit dem Gericht über ein mögliches Fehlverhalten der ehemaligen Sicherheitentreuhänderin der WGF AG diskutiert. Der Vorsitzende der 13. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf sah in dem Verhalten der Rechtsanwälte HL FP eine Interessenkollision, da die Anwälte sowohl als Sicherheitentreuhänderin der WGF AG für alle Hypothekenanleihen der WGF AG ab der zweiten Anleihe als auch im Auftrag der WGF AG im Rahmen des Billigungsverfahrens eben dieser Hypothekenanleihen der WGF AG gegenüber dem Bundesaufsichtsamt für das Finanzwesen (BaFin) tätig geworden waren; es habe sich – so der Vorsitzende – um eine andauernde Geschäftsbeziehung der HLFP Rechtsanwälte zu der WGF AG gehandelt, da sie ab der zweiten von der WGF AG herausgegebenen Anleihe für die darauf folgenden Anleihen die Prospekte der WGF AG für das Billigungsverfahren gegenüber der Bafin geprüft hätten. Wegen dieser Interessenkollision trafen nach Meinung des Landgerichts Düsseldorf HLFP Verhaltenspflichten gegenüber den Anleihegläubigern, insbesondere die Pflicht, diese Doppeltätigkeit offenzulegen. Da entsprechende Hinweise seitens der Anwaltskanzlei HL FP gegenüber den Anleihegläubigern nicht erfolgt sind, haben unsere Mandanten nun die Chance, ihren Prozess in der ersten Instanz zu gewinnen.

Die klagenden Mandanten müssen allerdings nach Meinung der 13. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf beweisen, dass sie die Anleihe auch dann nicht gezeichnet hätten, wenn sie von den beklagten Rechtsanwälten rechtzeitig vor ihrem Erwerb der Anleihen darauf hingewiesen worden wären, dass HL FP für die WGF AG auch anderweitig für die WGF AG tätig wurden, d.h. eine Interessenkollision vorlag. Wir gehen davon aus, dass die Anleihegläubiger, die eine risikoaverse Kapitalanlage zeichnen wollten, eine WGF-Anleihe nicht gekauft hätten, wenn sie davon gewusst hätten, dass die Rechtsanwälte HLFP gleichzeitig im Auftrag der WGF AG im Rahmen des Billigungsverfahrens tätig wurden. Für den 5. Dezember 2016 ist eine erste Entscheidung anberaumt; wir sind gespannt, zu welchem Ergebnis die 13. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf gelangen wird.


Joachim K. Schweiger

Joachim K. Schweiger absolvierte nach abgelegtem Abitur in Detmold und zweijährigem Bundeswehrdienst sein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bielefeld und Münster. Die Referendarzeit verbrachte er in Stade bei Hamburg und anschließend in Düsseldorf. Seit 1987 ist er als Rechtsanwalt tätig und wurde ein Jahr später Partner von Klaus Dittke. 1988 schloss er mit Erfolg den Lehrgang zum Fachanwalt für Steuerrecht in Detmold ab.

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